Schon vor knapp 13 Jahren kam der Begriff Web 2.0 auf, das Schlagwort, das für den Austausch und den gegenseitigen Dialog im Internet steht. Foren, Blogs und soziale Netzwerke machen es seither lebendig. Dass Unternehmen an diesem Dialog teilnehmen, ist neuer, doch ihre Zahl steigt stetig.

Bei einer Umfrage der Agentur index unter Kommunikationsverantwortlichen in IT-Unternehmen gaben im Jahr 2015 ein Drittel der Teilnehmer an, der Unternehmensblog könne ein wichtiger Online-Kanal sein. In diesem Jahr, als wir die Umfrage erneut durchführten, sind es bereits 60 Prozent der Teilnehmer, die ihn für wichtig erachten. Allerdings setzen nur 46 Prozent ihn tatsächlich ein.

Gründe, einen Corporate Blog aufzusetzen, gibt es zahlreiche: Das Unternehmen kann selbst als Publisher auftreten und Content zu seinen speziellen Themen bereitstellen, SEO-optimiert ziehen die Blog Posts potentielle Kunden auf ihre Website, Experten können positioniert, das Image gepflegt und Einblicke für mehr Transparenz gegenüber Kunden, Partnern und möglichen Investoren gewährt werden.

Doch wie erreicht man diese Ziele am besten? Aus unserer Erfahrung mit einem durchdachten Konzept und einigen zentralen Tipps.

10 Tipps, die Ihren Corporate Blogs erfolgreich machen

  1. Strategisch in die Unternehmenskommunikation einbetten

Grundsätzlich gilt: Ein Corporate Blog steht niemals als singuläres Projekt für sich, sondern sollte Teil der Unternehmenskommunikation sein. Mit der Kommunikationsstrategie legen Sie unter anderem die Ziele, Zielgruppen, die Positionierung, zentrale Botschaften und Maßnahmen Ihrer Kommunikation fest – eine davon wäre dann also der Corporate Blog. Das bedeutet, er sollte auf Ihre Kommunikationsziele einzahlen und in diesem Sinne auch professionell betrieben werden – das ist kein Job für Praktikanten, auch wenn diese natürlich in den Beiträgen selbst Gehör finden können, wenn das Ihren Zielen zuträglich ist. 

  1. Mehrwert für den Leser

Schaffen Sie nützliche Inhalte, die Leser gern lesen und weiterempfehlen. Nehmen Sie sie dabei ernst. Sie können dabei auch von sich ausgehen: Welche Seiten bookmarken Sie persönlich, welche empfehlen Sie weiter? Das werden häufig Anleitungen, Listen und Best Practices sein – gut illustriert.

  1. Keine Werbung auf dem Blog

Die Werbung für das Produkt steht auf dem Blog nicht im Vordergrund – stattdessen eher nützliche Inhalte um das Produkt herum, zum Beispiel die Erklärung eines besonderen technischen Features oder rechtlicher Themen.

  1. Authentizität und Persönlichkeit

Wenn ein Blog die persönlichere Seite eines Unternehmens darstellen soll, dann benötigt er Gesichter. Mit kleinen Portraits können Sie Ihre Autoren vorstellen.

  1. Suchmaschinenoptimierung

Hier greift wieder das Stichwort „strategisch einbetten“, denn beim SEO-Aspekt eines Blogs geht es darum, welches Keyword sie besetzen wollen. Eine Liste der zentralen Keywords für Ihr Unternehmen sollte der Redaktion aller Texte – ob für die Presse oder den Blog – zugrundeliegen. Ein Keyword pro Beitrag, gut positioniert in der Überschrift, im ersten Satz, in Bilddateinamen, mit Synonymen in der Zwischenüberschrift und der richtigen Formatierung, hilft bereits, Ihr Unternehmen besser ranken zu lassen.

  1. Verknüpfung mit Facebook, Twitter, XING, LinkedIn

Machen Sie es den Lesern möglichst einfach, Ihre Beiträge zu teilen – unter Berücksichtigung der deutschen Datenschutzbestimmungen. Hier gibt es in regelmäßigen Abständen Neuigkeiten hinsichtlich der Social Plugins, die hierfür in Frage kommen.

  1. Verzahnung der Kommunikationsmaßnahmen

Eine häufige Frage, die uns bezüglich Corporate Blogs erreicht, ist die Frage nach den Ressourcen: „Wie sollen wir einen solchen Blog überhaupt befüllen? Schaffen wir das?“ In den allermeisten Fällen ist die Antwort „Ja!“. Denn ganz getreu des Punktes 1 stellt der Blog keine Content-Insel dar, sondern kann sich gut aus Materialien speisen, die Sie sowieso in der Kommunikation erstellen – ob Whitepaper, Pressemitteilungen, Fachartikel, ein Interview, das hierfür jeweils aufgezeichnet wurde, Artikel, die über Sie erschienen sind etc. (zur Verzahnung von Content Marketing, PR und SEO lesen Sie hier weiter).

  1. Verbreiten Sie aktiv jeden Post

Mit dem Online-Stellen eines Posts ist die Arbeit häufig nicht getan: Teilen Sie selbst aktiv Ihren Post in den Sozialen Netzwerken und motivieren Sie Ihre Kollegen, es Ihnen gleich zu tun. Sie können in Ihrer E-Mail-Signatur auf den neuen Post hinweisen oder alle drei Monate einen Newsletter mit den neuesten Beiträgen an Ihre Vertriebskontakte senden. Und: Scheuen Sie sich nicht, nach etwas zeitlichem Abstand und mit verändertem Teaser einen Beitrag doppelt zu posten – viele Online-Nachrichtenplattformen featuren gute Artikel auch mehrmals.

  1. Interaktion

Nicht alle Kommentare sind besonders lyrisch, doch Interaktion zahlt sich aus, auch wenn es nur ein kurzer Dank für das Feedback ist.

  1. Beständigkeit und Geduld

Der Erfolg eines Corporate Blogs stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Doch schon nach sechs Monaten – so Sie diese Tipps einfließen lassen – sollten Sie eine Steigerung des Website-Traffics beobachten. Für den Anfang raten wir daher immer zu etwas Geduld, die Erwartungen ein wenig zu reduzieren und stattdessen aktiv den Kontakt mit der Community zu suchen – kommentieren Sie doch einmal auf anderen Blogs oder Portalen. Social Media bedeutet nie eine One-Way-Kommunikation.

Fazit

Mit einem Blog können Unternehmen tatsächlich „menschlicher“ kommunizieren. Sie können Gesichter und Experten vorstellen, auch einmal Themen ansprechen, die vielleicht keine Pressemitteilung wert sind, doch für das Image wichtig. Sie können in Dialog treten.

Menschlicher und dialogorientierter kommunizieren bedeutet jedoch nichtsdestotrotz, dass Corporate Blogs nun einmal einen Teil der Unternehmenskommunikation bilden und genauso professionell betrieben werden sollten wie die Pressearbeit oder die Erstellung Ihres Marketing-Materials. Es gibt viele Gründe für einen Blog und er ist ein verhältnismäßig neuer Kommunikationskanal, doch umso wichtiger ist es hier, ihn nicht einfach als Experimentierfeld nur halb aufzusetzen und irgendwann einschlafen zu lassen, sondern ihn strategisch einzubinden, mit weiteren Maßnahmen zu verzahnen und mit Professionalität zu betreiben – das heißt einem klaren Ziel, einer definierten Zielgruppe, festgelegten Botschaften und einem operativen Plan, das umzusetzen.

Die Unternehmenskommunikation wird sozialer, dialogorientierter, sie schafft Transparenz und weiß die Mechanismen des Netzes zu nutzen. Sie bringt messbar mehr Website-Traffic , wiederkehrende Besucher und eine stärkere Markenbindung.

Testen Sie doch im nächsten Jahr den Nutzen eines Corporate Blogs. Wir bieten Ihnen die Redaktion eines Probetextes an, mit dem der Einstieg leicht gelingt.

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Wie haben Sie bisher Ihren Blog bekannt gemacht? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

Franziska Berge

Die PR- und Marketingexpertin Franziska Berge leitet die Berliner Agentur index. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Standortmarketing, PR für Unternehmen der Digitalen Wirtschaft und Innovationen in PR und Marketing. Sie ist auch via E-Mail schnell und einfach für Rückfragen, Anregungen und mehr Informationen erreichbar.