Wer ein Start-up gründet, steht vor einer ganzen Menge Herausforderungen. Der Öffentlichkeit von seinem Produkt zu berichten ist eine davon und zentral für den Erfolg des jungen Unternehmens. Wann aber ist der richtige Zeitpunkt, um über PR für das Start-up nachzudenken? Und wann und wie sollte sie in die Tat umgesetzt werden?

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Antworten darauf lieferte unser Start-up-Workshop „PR Thinking“ am 20. Juni 2016. Wir hatten zum Auftakt unserer Veranstaltungsreihe in den Hubraum, dem Inkubator der Deutschen Telekom in Berlin, eingeladen. Viele Gründer und Marketer, überwiegend jung und international erfahren, waren unserer Einladung gefolgt. Ausgerüstet mit Laptops, Stiften und Zetteln saßen sie auf Vintage-Sofas, Konferenzstühlen und plüschigen Sesseln vor der Bühne. Die Kaffeemaschine der Bar ratterte noch einmal laut, die letzten Teilnehmer huschten mit schnellen Schritten zum Empfang, die Musik verstummte, es konnte losgehen.

PR für Start-ups: Wann damit anfangen?

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der index Agentur widmete sich Agenturchefin Franziska Berge direkt der Kernfrage unseres Workshops, der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für Start-ups, um PR zu integrieren. „Gründer kommunizieren von Anfang an. Sei es, wenn sie über die Business-Idee mit den Eltern, der besten Freundin oder dem Partner sprechen“, erklärte die Agenturchefin, „das Corporate Storytelling sollte von Anfang an mitgedacht werden.“ Um Kunden, Investoren und Journalisten zu fesseln, benötigt die Geschichte einige Zutaten. Einblicke in das Leben der Gründer und warum sie machen, was sie machen. Wie es zur Business-Idee kam. Das Problem, das das neue Produkt löst. Was es einzigartig macht und von der Konkurrenz unterscheidet. Gutes Corporate Storytelling ist persönlich, emotional, spannend, aber vor allem real – und gut aufbereitet. Die eigene Geschichte aufzuschreiben hilft, sich selbst den Kern der Geschäftsidee bewusst zu machen, sich zu sortieren. Und wie in einer guten Serie sollte es auch hier heißen „To be continued“.

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Die Corporate Story auf den Punkt gebracht

Bei unserem Start-up-Workshop bekamen die Teilnehmer auch die Gelegenheit, ihre eigene Unternehmensgeschichte auf den Punkt zu bringen. Zwei Minuten hatten sie Zeit, um ihren Sitznachbarn zu überzeugen. Das Gegenüber bewertete im Anschluss den „Pitch“. War er persönlich und emotional? Ist die Geschäftsidee verständlich?

Der Raum füllte sich mit einem Wirrwarr an Stimmen, Argumente wurden mit Armbewegungen untermalt, es wurde gelacht. Das Durcheinander: eine Ansammlung von parallelen Minipräsentationen. „Gar nicht so einfach, das in so kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen“, bemerkte eine Teilnehmerin.

Wie die Story den Weg in die Medien findet

Tipps für die Medienarbeit erhielten die Teilnehmer im zweiten Teil des Start-up-Workshops von Maria Urban, Seniorberaterin bei index. Sie vermittelte den Gründern und Marketern Strategien für mehr Erfolg bei der Platzierung ihrer Geschichten in den Medien und stellte Maßnahmen zur Erfolgsmessung der Pressearbeit vor. Wir haben sie an dieser Stelle noch einmal zusammengefasst:

  1. Kenne deine Zielgruppe und finde heraus, wo du sie erreichst. In welchen Foren, welchen Fachzeitschriften, auf welchen Veranstaltungen triffst du sie an?
  2. Sei vorbereitet und pointiert bei der Ansprache von Journalisten. Maria Urban erläuterte: „Wir sind alle ein bisschen faul und haben nicht viel Zeit, auch Journalisten. Mache es so einfach wie möglich für sie.“
  3. Entwickle Themen, die ankommen. Verfolge die Themen der Konkurrenz, verfolge dein Thema in den Medien, in Foren, in Blogs. Wer schreibt darüber? Wie wird darüber berichtet? Spreche Journalisten an, die sich mit deinem Thema befassen.
  4. Sei menschlich. Viele Unternehmen kommunizieren künstlich. Verliere nie den Blick auf das „Warum“. Warum machst du das, was du machst? Was ist deine Leidenschaft dahinter?
  5. Ressourcen sind rar. Nutze, was du an Texten, Grafiken etc. hast und streue sie über verschiedene Kommunikationskanäle.
  6. Bleib neugierig: Kommunikation ist ein Prozess, lerne nie aus und lass dich auf neue Wege ein.

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PR für Start-ups: Offene Fragen

Nach knapp zwei Stunden Input, Diskussion und Feedback waren wir am Ende unseres Start-up-Workshops angelangt. Viele Teilnehmer stellten fest, dass sie an ihrer eigenen Corporate Story noch arbeiten müssen, sie von Anfang an einbinden und auch in die Darstellung ihres Produkts integrieren sollten. „Ich kommuniziere bisher nur über die Fakten, nicht die emotionale Seite meines Produkts“, sagte ein Teilnehmer. Zurück blieben jede Menge Eindrücke und Erkenntnisse.

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Sandra Rudel

PR-Beraterin bei der Agentur index. Ihre Schwerpunkte sind PR für Unternehmen der Digitalen Wirtschaft und Standortmarketing. Zudem ist sie leidenschaftlich gerne in der IT- und Start-up-Szene unterwegs. Auch via E-Mail schnell und einfach für Rückfragen, Anregungen und mehr Informationen erreichbar.