IT-Unternehmen bieten häufig Dienstleistungen oder Produkte an, die aufgrund ihrer Komplexität nicht so einfach zu erklären sind. Dies gilt vor allem, wenn auch der durchschnittliche, nicht übermäßig IT-affine Consumer angesprochen wird. Mit Text und Foto allein dem Durchschnittskonsumenten Dienstleistungen wie Lifecycle Management oder Produkten wie Big-Data-Analytics-Software näherzubringen, ist wenig erfolgsversprechend. Gerade deshalb ist visueller Content für die Kommunikation von IT-Unternehmen von essentieller Bedeutung.

Visuelle PR für IT-Unternehmen - 3 inspirierende Beispiele aus der Branche- index Agentur

Komplexe Informationen lassen sich schließlich nachgewiesenermaßen am besten visuell übermitteln. Die meisten Kommunikationsverantwortlichen wissen dies. Doch Erkenntnis alleine ist nur der Anfang. Weil heute viele auf den visuellen Zug aufspringen, reicht es nicht mehr, einfach nur mitzumachen. Um ein echtes Zeichen zu setzen, muss man durch Qualität, Kreativität und Innovation auffallen. Wir zeigen anhand von drei aus unserer Sicht außergewöhnlichen Beispielen auf, wie dies erfolgreich gelingen kann.

HP – What Matters

HP - What Matters
Diese interaktive Infografik gewann 2014 den Kantar Information is Beautiful Award, mit dem seit 2012 herausragende Visualisierungen von komplexen Informationen und Daten ausgezeichnet werden. HP ist damit eines von auffallend wenigen IT-Unternehmen, die diesen Preis in den Händen halten konnten. Die Infografik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage unter 3.500 IT-Entscheidungsträgern weltweit. Wodurch zeichnet sie sich besonders aus?

Zum einen ist es die bemerkenswerte Interaktivität. Schon als Bill Gates 1996 sein berühmtes „Content is King“- Statement abgab, fügte er hinzu, dass Online-Content nur dann „King“ werden würde, wenn es sich deutlich von Print-Content abheben würde. Online-Content sollte von technischen Möglichkeiten Gebrauch machen, den Leser zu involvieren und zu beschäftigen. Genau das tut HPs Infografik. In Sachen Interaktion und Immersion geht sie noch einige Schritte weiter als vergleichbare Visualisierungen. So ist beispielsweise auch ein Fragebogen eingebettet, mit dessen Hilfe sich die eigene Meinung mit den Umfrageergebnissen vergleichen lässt.

Zum anderen ist es das Design. Eine perfekte Nutzung des Raums und die durchdachte Struktur sorgen dafür, dass die Infografik nie überladen wirkt. Ein moderner, gut lesbarer Sans Serif tut sein Übriges. Die weitgehend monochrome Farbenwelt frei von ablenkenden Gimmicks, aber mit sparsamen Einsatz von harmonisch kontrastierenden Tönen, ermüdet die Augen nicht und erlaubt eine stundenlange Beschäftigung mit den Daten.

Intel’s 360° Erlebnis-Welt auf der CES 2017

Intel’s 360° Erlebnis-Welt auf der CES 2017
IT-Unternehmen gehören zu den wichtigsten Treibern der Digitalisierung und des technischen Fortschrittes im Allgemeinen. Umso konsequenter ist es, wenn sie mit ihrer visuellen PR gleich technische Meilensteine setzen. Genau das tat Intel mit seinem Auftritt auf der CES 2017 in Las Vegas. Der IT-Gigant präsentierte nämlich zum ersten Mal ein praktisch frei begehbares 360°-Video.

Mit VR-Brillen ausgestattet, konnten Betrachter durch die Umgebung laufen und um Objekte herumschauen – es gab keine vorgefertigten Wege oder Betrachtungswinkel, die die Immersion störten, wie es in typischen 360°-Videos der Fall ist. Die Technologie, die dahintersteckt, verlangt noch Unmengen an Terabytes Speicher. Es wird allerdings bereits an neuen Kompressionsverfahren gearbeitet, die den Speicherbedarf drastisch senken. Dementsprechend würden auch die Kosten für die Erstellung solcher Videos sinken und somit könnten sie auch für kleinere Unternehmen und PR-Agenturen salonfähig werden.

Auch auf seiner Webseite hat Intel übrigens konsequenterweise ein 360°-Video eingebaut, in dem alle Intel-Hotspots auf der CES 2017 interaktiv besucht werden können. Auch dies zeigt deutlich, wie offensiv das Unternehmen visuellen Content einsetzt.

User Stories von Evernote

User Stories von Evernote
Die zwei vorangegangenen Beispiele fordern zugegebenermaßen einiges an Ressourcen. Viele Unternehmen können sich aufwendige interaktive Infografiken und state-of-the-art 360°-Videos schlichtweg nicht leisten. Evernote zeigt jedoch, dass für eine eindrucksvolle visuelle PR nicht unbedingt riesige Summen verschlungen werden müssen – es geht mit ganz simplen, aber handwerklich sauberen User Stories im Videoformat.

Beinahe frei von jeglicher Postproduction-Effekthascherei erzählen sowohl Business-Kunden als auch ganz normalen Konsumenten, wie sie Evernote in ihrem Alltag einsetzen. So verschieden wie Menschen eben sind, so verschieden sind die Stories. Gepaart mit einer professionellen Kameraführung, einer angenehmen Musikuntermalung, klaren Stimmaufnahmen sowie einer leicht verdaulichen Laufzeit von unter fünf Minuten entsteht so effektives visuelles Storytelling.

Die technischen Voraussetzungen sind vergleichsweise gering. Dies heißt allerdings nicht, dass ein Unternehmen auf einen Hobbyfotografen unter den Mitarbeitern für die Produktion solcher User Stories zurückgreifen sollte. Hochwertiges Videoequipment ist ein Muss und auch die Rolle der Audioqualität wird oft unterschätzt. Weil ein typisches IT-Unternehmen nicht über entsprechendes Know-how verfügt, bietet sich hier die Einschaltung von freiberuflichen Kreativen an, die auf Projektbasis arbeiten. Aufgrund der Vielzahl an Angeboten ist die Wahl des richtigen Partners jedoch nicht einfach. Darum lohnt es sich der Erstkontakt zu einer Kommunikationsagentur mit einem starken Freiberufler-Netzwerk, die einem Unternehmen den richtigen Partner für ein bestimmtes Projekt vermitteln.

Leonid Zalischiker

Leonid Zalischiker, MA, ist seit Anfang 2017 bei index und übernimmt die PR-Arbeit für Kunden aus der Digitalwirtschaft. Zuvor war er für eine internationale NGO im Bereich Journalismus und Marketing tätig. Via E-Mail ist er gern für Sie erreichbar.