„Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ – wer kennt dieses alte Sprichwort nicht? Unter PR-Fachleuten besteht Einigkeit: Visuelle PR ist einer der wichtigsten Kommunikationstrends 2017, das Sprichwort ist somit aktueller denn je. Unter dem Begriff „Visuelle PR“ werden alle PR-Produkte und Dienstleistungen zusammengefasst, deren Inhalt hauptsächlich aus visuellem Content (Bilder, Grafiken, Videos) besteht.

Visuelle PR – spannende Zahlen und Fakten

Warum ist visuelle PR wichtig?

Doch dieser Trend ist nicht einfach nur eine Modeerscheinung, für die ein schönes Schlagwort gefunden wurde und die in wenigen Monaten in Vergessenheit gerät. Unsere Verhaltensweisen haben sich in den letzten Jahren durch die Digitalisierung teilweise fundamental verändert. Die Kunden der Zukunft sind webversiert, verlassen sich auf Recherchen sowie Empfehlungen im Internet und werden hier vor allem visuell angesprochen. Vor dem Kauf von Produkten oder der Nutzung einer Dienstleistung spielt die Marken- und Unternehmenskommunikation im Multimedia-Umfeld eine immer wichtigere Rolle. Studien haben gezeigt, dass visueller Content die Wahrnehmung einer Marke erheblich positiv beeinflussen kann.

Visuelle PR umfasst alle visuellen Inhalte in der Kommunikation. Da sich die Anzahl der digitalen Touchpoints während der Customer Journey jährlich um etwa 20 % erhöht, müssen PR-Profis sicherstellen, dass dem Kunden im digitalen Umfeld ansprechender visueller Content geboten wird. Dazu zählen neben dem Logo, dem genutzten Farbschema und der Typografie auch Fotos, Videos, Infografiken und ganze Kommunikationskampagnen. Die Relevanz des Themas ist nicht zu unterschätzen: Für 93 % der Website-Besucher ist der visuelle Content der wichtigste Faktor bei der Kaufentscheidung.

Visuelle PR ist wirkungsvoll – aber warum eigentlich?

Visuelle PR soll vor allem helfen dabei, die kurze Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen bestmöglich zu nutzen. Heutzutage werden Nachrichten in einem Format übermittelt, das auf die Verwendung von höchstens 140 Zeichen beschränkt ist, Gespräche werden durch die Nutzung von Emojis abgekürzt – diese und weitere Entwicklungen der Digitalisierung führen dazu, dass sich unsere Aufmerksamkeitsspanne innerhalb eines Jahrzehnts von zwölf auf nur acht Sekunden reduziert hat. Informationen und Botschaften müssen deshalb möglichst schnell erfassbar gemacht werden und nichts eignet sich hierfür besser als visuelle Inhalte.

Studien zufolge sind 63 % der Menschen kinästhetisch veranlagt. Sie zeigen mehr Interesse und nehmen Informationen besser auf, wenn diese visuell übermittelt werden. Im Online-Bereich erhalten Artikel oder Pressemitteilungen mit Bildern 95 % mehr Aufrufe und somit deutlich mehr Anklang. Pressemitteilungen mit Video werden sogar fast dreimal so häufig aufgerufen (+ 270 %). Wird trotzdem nur Text verwendet, kann schon die Nutzung einiger Farbakzente die Lesebereitschaft um 80 % erhöhen.

Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung von Videos für die visuelle PR. 74 % des Internet-Traffics besteht im Jahr 2017 aus Video-Content, im nächsten Jahr wird sich der Anteil auf 79 % erhöhen. Und auch unter B2B-Vermarktern ist man sich sicher: Video-Content ist geeigneter als jede andere Art von Content, um Kunden anzusprechen und an das Unternehmen zu binden. Rund 50 % der PR-Profis sehen in der verstärkten Einbindung von Video-Content in die PR außerdem eine der bedeutendsten Entwicklungen in 2017. Dass täglich mehr als 7 Milliarden Videos auf Facebook und YouTube angeschaut werden, belegt, dass die Kunden genau das wollen. Ein Viertel der Kunden verliert sogar das Interesse an einem Unternehmen, wenn keine Videos bereitgestellt werden.

Ob auf der eigenen Website, speziellen Landing Pages oder in den sozialen Netzwerken – mit visueller PR lassen sich hervorragend Geschichten erzählen, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen und an das Unternehmen binden.

Joline Reimer

Nach dem Abschluss ihres BWL-Studiums mit Schwerpunkt Marketing ist Joline Reimer seit Mai 2017 Marketing-Volontärin bei der index Internet und Mediaforschung GmbH.